Ganze Bahn, erster, zweiter und dritter Hufschlag

Die wohl mit Abstand einfachste Hufschlagfigur ist die Ganze Bahn, oder „auf dem ersten Hufschlag geritten“. Doch gerade bei einfachen Sachen schleichen sich allzu gerne Fehler ein.

Ganze Bahn - auf dem ersten Hufschlag geritten

Ganze Bahn - auf dem ersten Hufschlag geritten

Der erste Hufschlag bzw. die „ganze Bahn“ ist meist schon an einer leichten Vertiefung zu erkennen. Allerdings ist es nicht damit getan, das Pferd in den ausgelaufenen Pfaden seiner Vorreiter vor sich hin latschen zu lassen.

In Schritt und Trab soll das Pferd an den vier geraden Seiten gerade gestellt sein. Nur im Galopp wird das Pferd leicht nach innen (Handgalopp) bzw. nach außen (Außengalopp) gestellt. Außengalopp ist nur etwas für fortgeschrittenere Reiter und sei hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt.

Besondere Aufmerksamkeit sei dem Durchreiten der Ecken zu widmen. Diese sind eigentlich keine Ecken, sondern viertel Kreise, also ¼ Volten und werden auch genau so geritten.

Das heißt, das Pferd wird vor der Ecke mit einer halben Parade vorbereitet und dann leicht gestellt und gebogen (äußerer Schenkel verwahrend, Gewicht leicht nach innen, innerer Zügel gibt die Stellung, äußerer Zügel begrenzt). Auf gar keinen Fall darf das Pferd an den Zügeln durch die Ecke gezerrt werden – es ist ein Pferd und kein Fahrrad!

Ist die Ecke sauber durchritten wird das Pferd wieder gerade gestellt.

Der Radius der Ecken verkleinert sich mit steigendem Ausbildunggrad von Pferd und Reiter (analog zu den Volten). Je besser Pferd und Reiter ausgebildet sind, desto kleiner werden die Volten und desto tiefer werden auch bei der ganzen Bahn die Ecken ausgeritten. Das hängt damit zusammen, dass Anfänger und junge Pferde schlicht noch nicht zu so starker Stellung und Biegung in der Lage sind.

Die Bahnfigur „Ganze Bahn“ findet nicht immer auf dem ersten Hufschlag statt. Sind mehrere Reiter in der Halle oder auf dem Platz, so ist der erste Hufschlag im Schritt frei zu halten, das heißt, man reitet im Schritt generell auf dem zweiten, eventuell sogar auf dem dritten Hufschlag, um Reitern in schnelleren Gangarten genug Platz zu lassen. (Generell hat der Reiter mit der schnelleren Gangart immer „Vorfahrt“).

Ganze Bahn - auf dem zweiten Hufschlag geritten

Ganze Bahn - auf dem zweiten Hufschlag geritten

Aber auch in Trab oder Galopp kann es sinnvoll sein, ab und an auf den zweiten Hufschlag (der dritte ist wirklich nur für Schritt reserviert) auszuweichen. Fehlt nämlich die Bande bzw. die Begrenzung des Reitplatzes merkt man schnell, ob man dem wichtigen äußeren Zügel auch genug Aufmerksamkeit gewidmet hat. Ist dem nicht so, drängelt das Pferd einfach wieder nach außen. Man kann also auf dem zweiten Hufschlag wunderbar das „Einrahmen“ des Pferdes mit beiden Zügeln üben.

Im Schritt nutzt man hierfür natürlich den dritten Hufschlag (es sei denn, man ist alleine in der Halle oder auf dem Platz unterwegs).

Ganze Bahn - auf dem dritten Hufschlag geritten

Ganze Bahn - auf dem dritten Hufschlag geritten

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