Was kostet ein Pferd? Einmalige Kosten beim Kauf

Sobald der Wunsch nach einem eigenen Pferd aufkommt steht auch gleich die Frage nach den Kosten unweigerlich im Raum.

Zu unterscheiden sind einmalige Kosten bei der Anschaffung und laufende Kosten wie Stallmiete, Futter, Tierarzt und so weiter.

Hier wollen wir uns zunächst mit den einmaligen Kosten beschäftigen, denn mit dem Kaufpreis des Pferdes ist es nicht getan. Folgendes sollte mit beachtet werden, um sich vor unliebsamen Überraschungen zu schützen. Nichts schlimmer als das Pferd, das man sich ausgesucht hat oder in das man sich verguckt hat, nicht kaufen zu können, weil plötzlich das Gesparte doch nicht reicht:

  1. Der Kaufpreis:
    Kauft man bei einem Händler oder Züchter, also von einem gewerblichen Anbieter, sollte man bei der Frage nach dem Kaufpreis unbedingt gleich abklären, ob der Preis die gesetzliche Mehrwertsteuer (derzeit 19%) enthält. Manche Händler nennen nämlich bewußt den Nettopreis in dem Wissen, dass der Käufer, hat er sich erst einmal zum Kauf entschlossen, auch bei einem höheren Preis nicht einfach abspringt.

    Wichtig: Bei Pferde-Auktionen sind die Preise fast immer netto. Es kommen also noch 19% MwSt hinzu (Berechnung: einfach den Netto-Preis mal 1,19)

  2. Der Transport:
    Hat man keinen eigenen Anhänger oder steht das Pferd weit entfernt, muss man sich über den Transport im Vorfeld Gedanken machen. Für weite Strecken empfiehlt es sich, ein Pferde-Transportunternehmen zu beauftragen, da diese sowohl über die geeignete Ausstattung als auch über das know how verfügen.

    Fohlen und Jährlinge kann man nicht angebunden im Anhänger transportieren. Für sie braucht man einen Pferde-LKW oder einen speziellen, stabilen Anhänger, in dem das Tier frei stehend transportiert werden kann.

    Als Kosten kann man für den Transport bei einem Unternehmen für die Leerfahrten (zum Händler / Züchter / Verkäufer und nach dem Abliefern wieder nach Hause) 0,60 € je gefahrenen km rechnen, für die Fahrt mit Pferd etwas mehr (ab 0,70 €).

  3. Ausstattung:
    Kommen wir zum Thema Ausstattung. Selbst wenn sich über die Jahre einiges an Ausstattung angesammelt hat, so sollte man altes, benutztes Putzzeug nicht einfach beim neuen Pferd weiter benutzen. Zu leicht werden Hautkrankheiten, Pilze oder Parasiten übertragen. Man braucht also auf jeden Fall ein neues Putzzeug. Bei der Begeisterung fürs neue Pferd wird das wohl nicht bei einer Kardätsche, einer Wurzelbürste und einem Striegel bleiben. Als Einstiegspreis sollte man 50 Euro veranschlagen.

    Sattel und Trense plus Zubehör
    Bei den wenigsten Pferden sind Sattel und Trense schon mit dabei. Sowohl Sättel als auch Trensen gibt es schon recht günstig (Trensen ohne Gebiss ab 20 Euro, Sättel (englisch, Kunstleder oder Nylon, manchmal sogar Leder) ab 150 €). Die Preisskala ist hier nach oben (weit) offen. Im Sinne seines Pferdes sollte man beim Sattel lieber mehr investieren und auf gute Passform achten.

    Ein kaputter Rücken oder Satteldruck verursachen am Ende deutlich mehr Kosten als gleich einen guten Sattel zu kaufen. Gleiches gilt für die Trense. Billige Produkte werden oft aus mit Chrom III gegärbtem Leder hergestellt, welches zu Allergien beim Pferd führen kann. Zum Preis des Sattels kommt noch die Satteldecke (ab ca. 15 Euro), der Sattelgurt (ab ca. 25 Euro), Bügelriemen (ab ca. 20 Euro) und Steigbügel (ab 20 Euro) hinzu. Sinnvolle Anschaffung sind Sicherheitssteigbügel. Die Günstigsten liegen hier bei etwa 50 Euro.

    Gebiss
    Je nach Reitweise braucht man für die Trense ein Gebiss. Günstige Wassertrensen bekommt man schon für um die 10 Euro Beim Gebiss sollte man unbedingt ein neues kaufen und kein gebrauchtes benutzen, da gebrauchte Gebisse scharfe Kanten haben können.

    Kleinkram
    Des Weiteren sollte man unbedingt noch ausreichend Geldmittel für Kleinigkeiten wie Halfter, Führstrick, Leckerchen, Bandagen, Gamaschen, Stalldecke, Abschwitzdecke, Fliegendecke, Fliegenmaske und und und mit einrechnen.

Alles zusammen sollte man grob (ohne Transportkosten) mindestens 1000 Euro für allerlei Anschaffungen rund ums Pferd mit einplanen. Wenn was übrig bleibt, umso besser (die Wahrscheinlichkeit hierfür ist aber äußerst gering ;-))

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