Rückenprobleme – Anzeichen und Vorboten

Immer mehr Pferde, auch oder besser gesagt in zunehmendem Maße vor allem Freizeitpferde, leiden unter Rückenproblemen. Oft ist falsches Reiten, unpassendes Sattelzeug oder auch ein Hufproblem wie schlechter Beschlag oder eine falsch oder nicht korrigierte Fehlstellung die Ursache. Das Wichtigste ist, dass man Symptome, und seien sie noch so schwach, möglichst frühzeitig zu erkennen und die Ursache nach Möglichkeit zu beheben.

Oft werden die Symptome gar nicht als solche erkannt oder einfach ignoriert. Ein Pferd bleibt nunmal nicht stehen und jammert – die Zeichen sind oft klein, kaum merklich. Umso wichtiger, dass der Reiter ein waches Auge für das Verhalten und die Bewegungen seines Pferdes hat. Wenn ein Pferd vor lauter Rückenschmerzen nicht mehr richtig laufen kann oder will ist die Therapie, wenn überhaupt noch aussichtsreich, oft langwierig und teuer.

Der Reiter sollte also immer darauf achten, „wie“ sein Pferd läuft. Schon ein nach der Lösephase nicht frei getragener Schweif kann auf Verspannungen und damit auf Rückenschmerzen hinweisen.

Weitere mögliche Symptome sind:

  • fehlende Biegung
  • eingeklemmter Schweif, der nicht frei schwingt
  • Schweif steht schief (Schweifrübe liegt aussermittig)
  • Der Rücken schwingt nicht mit
  • Taktfehler
  • Lahmheit
  • Unterhals herausdrücken
  • Nase gen Himmel strecken
  • großer Ganaschenwinkel bzw. Winkel zwischen Hals und Unterkiefer
  • Aussitzen im Trab schwierig fast unmöglich, weil das Pferd den Rücken anspannt
  • Pferd drückt den Rücken weg und macht ein Holkreuz
  • Wegstellen der Hinterbeine nach hinten beim Stehen (Hufe stehen unter oder sogar hinter dem Schweif)
  • Durchsacken oder „in die Knie gehen“ beim Aufsitzen
  • Nervöses Schnauben
  • Unruhe oder Angst beim Satteln
  • Weglaufen bzw. Ausweichen beim Aufsteigen
  • Schlagen mit dem Hinterbeinen, beißen, Ohren anlegen, Kopf hoch reissen, nach Luft schnappen, Ausweichversuche etc. beim Anziehen des Sattelgurtes
  • Schlurfender Gang (Hufe werden nicht richtig angehoben)
  • Allgemein steifer Gang
  • im Genick ausweichen (Nase dreht sich seitlich in Richtung Hals
  • Falscher Knick (Genick nicht höchster Punkt in Anlehnung)
  • Ausweichen der Hinterhand
  • Schwierigkeiten bei Seitwärtsgängen
  • Schwierigkeiten beim Unterstellen der Hinterhand und beim unter den Schwerpunkt treten
  • Kurztrittigkeit in Schritt und Trab (Hufabdrücke der Hinterhand deutlich hinter der Spur der Vorderbeine)
  • Einziehungen am Rücken (die Haut wirkt als wäre sie an der Wirbelsäule festgeklebt und ist unnatürlich nach innen, also in Richtung Wirbelsäule gezogen)
  • Zusammengekniffene Lippen
  • Verspanntes Kinn
  • Zusammengekniffene oder aufgerissene Augen
  • Zusammengekniffene oder aufgerissene Nüstern
  • ständig angelegte Ohren
  • Beim Absatteln ungleichmäßiges Schweißmuster (Druckstellen sind entweder feuchter oder weniger feucht als der Rest der Sattellage
  • Beim Absatteln lokale Schwellungen in der Sattellage

Schon eines der genannten Symptome sollte, vor allem wenn es häufiger auftritt, unbedingt abgeklärt werden. Treten mehrere Symptome gleichzeitig auf sollte ein Tierarzt oder ein Chiropraktiker, eventuell auch Sattler und Hufschmied hinzu gezogen werden.

Wichtig: beim Abklären von Rückenproblemen immer auch die Hufe, die Beine, die Gelenke sowie das Sattelzeug (Sattel UND Trense) überprüfen. Außerdem nicht zu vergessen, dass auch die Zähne Lahmheiten und Rückenprobleme verursachen können.

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