Extreme Sommerhitze: Pferde baden aber richtig!

“36 Grad und es wird noch heißer” singt die Band 2Raumwohnung in ihrem nicht mehr ganz neuen aber nicht weniger aktuellen Sommerhit. Nach Tanzen ist bei diesen Temperaturen nicht mehr jedem zu Mute, und vor allem unsere Pferde leiden bei Sommer Sonne Sonnenschein und mit einer kleinen Dusche kann man ihr Leben deutlich erleichtern. Einige Tipps, worauf man dabei achten sollte, dass die gut gemeinte Abkühlung nicht zu Problemen führt, sind hier zusammen gestellt:

Warum sollte man ein Pferd überhaupt abduschen, es schwitzt doch sowieso schon? Nun, eigentlich versteht sich das ja von selbst, aber diese Frage kommt seltsamerweise doch immer wieder auf. Ich widerstehe der flappsigen Antwort “Hast Du mal einen ganzen Sommer lang nicht geduscht?” und versuche, die Sache zu erklären:

Trocknet der Schweiß fest juckt das und verklebt das Fell. Damit kommt weniger Luft an die Haut und die Hitze staut sich erst recht. Der Juckreiz kann zu Ekzemen oder Entzündungen führen und bedeutet darüber hinaus zusätzlichen Stress für das Pferd. In der Sattellage kann festgetrockneter Schweiß Satteldruck und schwere Druck- und Scheuerstellen verursachen. Außerdem zieht ein stark nach Schweiß riechendes Pferd vermehrt Bremsen und andere Blutsauger an. Deshalb sollte man das Pferd im Sommer öfter mal abduschen, um den alten Schweiß, Blütenstaub und Dreck zu entfernen.

So viel zu den Gründen. Aber auch zur reinen Abkühlung ist ein Wasserguss optimal. Wichtig dabei: das Wasser darf nicht zu kalt sein und man muss mit dem Duschen immer “von fern nach nah” vorgehen, also bei den Hufen anfangen und langsam nach oben gehen. Idealerweise nimmt man dafür einen Gartenschlauch mit großer Öffnung und hält den Schlauch so, dass das Wasser wie ein Mantel am Pferdebein hinunter läuft. Mit diesem Wasserfilm fängt man am Fesselgelenk an und bewegt den Schlauch langsam nach oben. Das wiederholt man an allen vier Beinen bevor man sich (am besten über die Hinterbacken) nach oben arbeitet.

Folgende Punkte sollten besondere Beachtung finden:

  • Auf gar keinen Fall zu kalt abduschen. Wenn das Wasser aus dem Schlauch zu kalt ist sollte man lieber auf welches aus einem Eimer zurück greifen, das kann man im Zweifelsfall einen Tag in der Sonne stehen lassen und dann mit dem Schwamm aufbringen. Zu kaltes Wasser lässt das Pferd nachher nur noch mehr schwitzen und birgt außerdem die Gefahr von Kreislaufproblemen und Verkühlung.
  • Beim ersten Baden eines neuen oder fremden Pferdes ist immer besondere Vorsicht geboten! Trotz der Abkühlung mögen nicht alle Pferde den Kontakt mit Wasser. Also unbedingt auf unvorhergesehene Reaktionen achten und die Füße in Sicherheit bringen (WICHTIG: Auch beim Pferde baden gilt: keine Sandalen, keine Flippflopps, keine Turnschuhe und schon gar nicht barfuß! Ein vor dem kalten Wasserstrahl erschreckt zur Seite tretendes Pferd kann auf zarte Reiterzehen fatal wirken ;-))
  • Viele Pferde mögen es nicht, mit einem Wasserstrahl am Bauch oder am Rücken berührt zu werden. In diesen Fällen hilft ein großer Schwamm, mit dem man das Pferd abreibt indem man den Schwamm gut durchnässt und dann am Pferd ausdrückt.
  • Bei sehr empfindlichen Pferden sollte man die Nierengegend (den Bereich des Rückens hinter der Sattellage bis zum höchsten Punkt der Kruppe) nicht nass machen.
  • Pferde, die eben erst von der Koppel kommen oder gerade erst gearbeitet wurden müssen Zeit haben, auszukühlen bevor man sie mit Wasser bespritzt. Da das Wasser oft kalt ist (Gartenschlauch-Anschluss) kann es sonst durch die zu schnelle Abkühlung zu Kreislaufproblemen bis hin zum Kollaps kommen.
  • Das nasse Pferd sollte auf gar keinen Fall Zugluft oder Wind ausgeliefert werden. Dadurch kühlen verschiedene Körperstellen zu sehr ab und es kann zu Muskelverspannungen, Entzündungen oder sogar Erkältungen kommen.
  • Nach dem Duschen sollte man das Wasser mit einem Schweißmesser (falls nicht vorhanden hilft auch eine an beiden Enden festgehaltene Gerte, falls das Pferd das zulässt) aus dem Fell ziehen und das Pferd noch eine Weile im Schritt bewegen, bis die größte Feuchtigkeit abgetrocknet ist.
  • Wer sein Pferd gerne putzt und ihm was gutes tun will kann es sich auch ausgiebig wälzen lassen. Damit sammeln sich zwar wieder Staub und Dreck, aber Pferde lieben das und man kann ja am Tag drauf wieder duschen 😉

Wichtig: wer sein Pferd häufig abduscht sollte nicht jedes Mal mit Shampoo waschen. Das stört das Hautmilleu und macht die Haut anfällig für Pilze, Bakterien und Parasiten. Besser einfach nur mit Wasser spülen und nur bei starkem Schmutz Waschzubehör wie Shampoo auspacken.

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