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Rasseportrait: Haflinger

Eines der wenn nicht das bekannteste Kleinpferd oder Pony ist wohl der Haflinger. Das liegt nicht nur an seiner weiten Verbreitung und seiner auffälligen Farbe, sondern auch an seinem unvergleichlichen Wesen. Haflinger, ursprünglich als gebirgsgängige Arbeitspferde für schweres Gelände gezüchtet, finden heute vielfältige Verwendung als Freizeitpferde, sowohl für Reiter als auch für Kutschfahrer. Sogar im hobbymäßigen Turniersport der unteren Schwierigkeitsgrade kann man die hübschen Blonden immer wieder beobachten und sie schlagen oft sehr gut. Doch welche Eigenschaften haben sie denn nun genau, die kleinen Pferde, die von ihren Fans oft kurz als „Hafies“ bezeichnet werden? Eine interessante Frage, vor allem für Reiter, die mit dem Gedanken spielen, sich ein Pferd zu kaufen und noch nicht ganz sicher sind, welche Rasse die richtige ist.

Das Exterieur oder „so schauts aus, das Hafi“

Haflinger fallen vor allem durch ihre auffällige Fellfarbe auf. Allen gemeinsam ist hierbei das helle Langhaar, das heißt, Schweif und Mähne sind deutlich heller als das Deckhaar. Wichtig ist hierbei, dass Haflinger, obwohl man es aufgrund ihrer Optik annehmen könnte, keine Isabellen sind. Alle Haflinger sind Füchse, die Varianten reichen hier vom Kohlfuchs bis zum Lichtfuchs. Die Farbpalette des helleren Langhaars kann von weiß bis flachsfarben reichen. Kleine und mittlere Abzeichen am Kopf wie Blesse oder Stern sind erwünscht, eine Laterne ist jedoch schon zu viel des Guten und führt meist zum Ausschluss aus der Zucht. Gleiches gilt für die Beinabzeichen. Ein weißes Bein wird noch geduldet, mehrere weiße Abzeichen an den Beinen sind nicht gerne gesehen.

Tipp: wer keinen großen Wert auf die “Zuchttauglichkeit” oder die absolute Übereinstimmung mit dem Bild des “perfekten Haflingers” legt kann hier beim Pferdekauf ordentlich Geld sparen, denn Haflinger mit besagten unerwünschten Abzeichen sind meist deutlich billiger als solche, die genau dem Schönheits- und Zuchtideal entsprechen. Noch mehr Tipps zum Pferdekauf findet Ihr im entsprechenden Artikel “Pferdekauf mal anders betrachtet – Tipps und Tricks

Haflinger - Foto: © Hans-Christian Hein / pixelio.de

Typische Haflinger

Das Gebäude des Haflingers ist stabil aber dennoch elegant und hat heute nicht mehr allzu viel mit den ursprünglichen Arbeits-Haflingern zu tun. Der kleine, trockene Kopf und die kleinen, beweglichen Ohren lassen das gezielte Einkreuzen von Arabern zur Veredelung der Rasse und Verbesserung der Reitpferdeeigenschaften erahnen. Offiziell werden Haflinger mit Araberblut in gesonderten Zuchtbüchern geführt. Die erwünschte Größe der Haflinger liegt zwischen 138 und 150cm Widerristhöhe. Mehr zum Thema Zucht und Zuchtausschluss findet Ihr z.B. bei Wikipedia.

 

Interieur – wie Haflinger so „ticken“

Der normale Haflinger ist ein gutmütiger, genügsamer und zuverlässiger Freizeitkamerad. Allerdings ist ein Haflinger auch ein Pony – mit dem typischen Dickkopf – und sollte ordentlich behandelt werden. Zufriedene Haflinger sind wunderbare Freunde, langlebig und liebevoll, die für ihren Besitzer buchstäblich durchs Feuer gehen. Fühlt sich ein Haflinger schlecht oder ungerecht behandelt zeigt er das aber auch, indem er sich mehr oder weniger vehemend zur Wehr setzt. Die Palette reicht dabei von den typischen Unarten wie Koppen oder Weben bis zu Problemen bei der Reitbarkeit wie Bocken, Durchgehen oder Schlagen. Eine gute Portion Pferdeverstand sollte also vorhanden sein, um an einem Haflinger wirklich Freude zu haben.

Haflinger sind leichtfuttrig, fleissig, naturgesund und langlebig. Bei richtiger Haltung und Behandlung kann ein Haflinger gut 30 Jahre alt werden. Manche Haflinger werden sogar im hohen Alter noch zur Zucht verwendet.

 

Verwendung und Einsatz – wozu ist so ein Haflinger denn gut?

  • Arbeitspferd
    Wie bereits erwähnt sind Haflinger besonders genügsam und willig. Sie werden bis heute auf der ganzen Welt als Arbeitspferde eingesetzt, sei es, um abgelegene Almen zu beliefern oder auch als Militärpferd.
  • Sportpferd
    Sportlich ist mit einem Haflinger natürlich kein S-Springen oder eine schwere Dressur zu gewinnen, aber E oder sogar A springen sowie E und A Dressurturniere sind für einen gut gerittenen Haflinger eine prima Übung. Richtig glücklich sieht man Hafies oft an Reiterspielen und im Geschicklichkeitsparcours. Durch ihre enorme Trittsicherheit sind sie hier genau in ihrem Element.
  • Kutschpferd
    Auch als Kutschpferd wird der Haflinger gerne und oft eingesetzt. Dabei besticht er sowohl auf Shows und Umzügen durch sein tolles Äußeres, oft mit traditionellem Zaumzeug im Alpen-Stil geschmückt, oder als Freizeit- und Turnierpartner im Kutschsport.
  • Lebensmittelgewinnung und Kosmetika
    Zu guter Letzt sei noch auf die Verwendung des Haflingers als Pferd zur Lebensmittelgewinnung hingewiesen, zum Beispiel als Fleisch-Pferd oder zur Gewinnung von Stutenmilch für Cremes. (als Reiter und Pferdeliebhaber muss ich wohl nicht mehr als diesen einen Satz zu dem Thema sagen, hatten wir in der Vergangenheit doch genug Lasagne-Geschichten in den Medien…)

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