Rasseportrait Friesen – Teil 1

Eine der schönsten wenn nicht die schönste Pferderasse der Welt sind wohl die Friesen. Und allen, die nicht zustimmen, weil sie Araber, Haflinger, Hannoveraner, Trakkener oder eben irgendeine andere Pferderasse schöner finden: natürlich ist immer das eigene oder das Lieblings-Pferd das Schönste, keine Frage 😉 Für mich sind das eben die Friesen. Aber ich schweife ab.

Die Friesen gehören zu einer der ältesten Pferderassen Europas und wird heute ohne Fremdblut, das heißt in Reinzucht, gezüchtet. Alle Friesen gehen auf nur drei Hengste zurück, so dass es beim Friesen immer gut ist, ein Auge auf den Inzuchtfaktor zu halten. Bei jedem Friesen wird dieser in % angegeben. Je höher die Prozentzahl, desto mehr Inzucht in den Genen des entsprechenden Tieres. Einige sind der Meinung, dass das gar nichts aussagt, andere wiederum (und dieser Ansicht schließe ich mich an) gehen davon aus, dass ein hoher Inzuchtfaktor mit dem vermehrten Auftreten bestimmter Krankheiten einher geht. Natürlich bedeutet ein niedriger Inzuchtfaktor nicht gleichzeitig ein garantiert gesundes Pferd, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch merklich höher.

Das Exterieur – so schaut er aus, der Friese

Heute sind alle Friesen schwarz. Früher gab es auch braune Friesen, da diese Farbe aber unerwünscht ist kommt sie heute nur noch selten vor. Viele Friesen sind im Sommer deutlich heller. Wer also einen lackschwarzen Friesen möchte, sollte sich vom Verkäufer garantieren lassen, dass er auch im Sommer schwarz ist – oder eben im Sommer kaufen. 😉

Auch Füchse kommen immer wieder vor, jedoch ist die Fuchsfarbe zuchtausschließend. Fuchsfarbene Friesen können nicht ins Zuchtbuch eingetragen werden, Hengste, die nachweislich Fuchsfarbe vererben verlieren ihre Zuchtzulassung.

Weiße Abzeichen sind unerwünscht oder besser gesagt mit Ausnahme eines kleinen weißen Sterns auf der Stirn verboten. Ein Friese mit mehr weiß als einem kleinen Stern (der zwar zugelassen aber auch nicht erwünscht ist) ist kein Friese, jedenfalls nicht auf dem Papier.

Friese im Trab

Friese im Trab –  gut zu sehen: die hohe Knieaktion

Friesen sind schwere Pferde mit hoch angesetztem Hals und kräftiger Hinterhand. Meist haben sie sehr langes, dichtes Langhaar und Kötenbehang und sind, wo sie auch auftauchen, die absoluten Hingucker. Kein Wunder also, dass sie gerne auf Shows, Mittelaltermärkten oder als Rahmenprogramm bei Veranstaltungen rund ums Pferd gezeigt werden. Nicht zuletzt wegen ihrer unvergleichlichen, imposanten Erscheinung und ihrer sagenhaften Schönheit dienen sie auch häufig als Motiv auf Postkarten oder kommen in Kinofilmen als “Heldenpferd” vor. Bei letzteren wird übrigens auch gerne mal der Kötenbehang entfernt, um den Eindruck eines “normalen” Pferdes zu vermitteln. Achtet mal drauf, wenn Ihr Filme wie z.B. Alexander der Große oder Sleepy Hollow (den Film, nicht die Serie ;-)) anschaut…

Aufgrund seiner körperlichen Beschaffenheiten eignet sich der Friese vor allem als Dressur- und Showpferd. Friesen sind gelehrige Schüler und erreichen in der Hohen Schule leicht auch schwerere Lektionen. Fürs Springen allerdings sind diese schweren Pferde nicht geeignet. Natürlich schafft auch ein Friese einen kleinen Hoppser im Gelände, wenn mal ein Baumstamm im Weg liegt. Mehr sollte man ihnen aber wirklich nicht abverlangen.

Was die Frage, ob man mit einem Friesen auch an Dressurturnieren teilnehmen kann angeht scheiden sich die Geister. Generell kann man sagen, dass man, vor allem in den höheren Klassen, mit einem Barockpferd, zu denen der Friesen gehört, neben den speziell auf die gewünschten Gänge gezüchteten Dressurpferde-Rassen keinen Blumentopf gewinnt, so schade das auch ist. Der Trab des Friesen ist aufgrund seines relativ kurzen Rückens wenig schwingend, die Knieaktion zu hoch. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, aber wer plant, in den „großen Sport“ zu gehen sollte sich besser eine andere Rasse aussuchen.

Friesenstuten sollten im Erwachsenenalter eine Größe von 155 – 165 cm haben. Hengste müssen im Alter von drei Jahren ein Mindeststockmaß von 158 cm, bzw. als Vierjähriger mindestens 160 cm messen, um gekört, also zur Zucht zugelassen zu werden.

Das Interieur – wie Friesen so ticken gibt’s im zweiten Teil des Artikels 🙂

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