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Das richtige Gebiss – eine schwere Wahl

Im Artikel “Das Gebiß die richtigen Maße fürs Pferdemaul” wurde bereits ausführlich darüber berichtet, wie man die richtige Größe des Gebisses bestimmt, um sicher zu stellen, dass man beim Reiten eine gute Verbindung zum Pferdemaul halten kann und das Pferd nicht verletzt wird. Leider, oder zum Glück, gibt es im Reitsporthandel die verschiedensten Gebißformen und vor allem der Anfänger tut sich häufig schwer damit, das richtige Gebiss für seinen vierbeinigen Sportkameraden auszusuchen. Welches Gebiss ist also “das Richtige?”

Wie so oft ist im Reitsport auch hier keine einfache Antwort im Sinne von “kauft Euch ein XYZ-Gebiss, das ist das aller-tollste” zu geben, denn auch beim Gebiss kommt es auf viele Faktoren an, die man alle berücksichtigen sollte

Erste Überlegungen zum richtigen Gebiss

Was genau wollt Ihr mit dem Gebiss reiten, also welche Anforderungen soll das Gebiss erfüllen? Westernreiter haben eine komplett andere Auswahl und auch ein völlig anderes Anforderungsprofil an das richtige Gebiss als Reiter die in englischer oder barocker Reitweise unterwegs sind. Für Westernreiter ist z.B. der Einsatz einer Kandare ohne Unterlegtrense völlig normal, Reiter der englischen Reitweise müssen für so eine Zäumung schon sehr fortgeschritten sein. Heißt das, Westernreiter sind die besseren Reiter? Wohl kaum – es bedeutet eher, dass sich die Reitweisen so stark unterscheiden, dass man von der einen nicht auf die andere schließen kann. Dieser Artikel soll sich ausdrücklich mit den Gebissen für die englisch-klassische Reitweise befassen, für die Westernreiter unter Euch gibts dann einen extra Artikel.

Garantiert nicht das richtige Gebiss zum Reiten ;-)

Garantiert nicht das richtige Gebiss zum Reiten 😉

Zurück zum Thema: was soll das Gebiss “können”? Klar, die Zügelhilfen des Reiters dem Pferd vermitteln. Gut. So viel dazu. Generell kann man sagen: je höher die Ansprüche, desto genauer das Gebiss. Ein „genaues“ Gebiss ist immer auch ein schärferes. Alles klar? Ich erkläre das kurz:

Je schärfer ein Gebiss, desto mehr und desto stärker wirkt es ein, das heißt, wenig Zug am Zügel bewirkt viel Impuls im Pferdemaul. Deshalb gehören „scharfe“ also sehr stark einwirkende Gebisse wie sehr dünne Trensen, ungebrochene Trensen oder gar Kandaren nur in kundige Hände fortgeschrittener Reiter und Reiterinnen. Eine M-Dressur kann man mit einer normalen Wassertrense nicht mehr sauber reiten, eine A-Dressur würde Reiter und Pferd mit Kandare überfordern (außer ein M-Reiter reitet auf einem M-Pferd eine A-Dressur, was aber keiner macht, also seis’s drum).

Für Anfänger empfehlenswert: die doppelt gebrochene Wassertrense. Auch die doppelt gebrochene Olivenkopftrense ist ein gutes Gebiss für unterfahrene Reiter, denn beide sorgen für moderaten Druck im Pferdemaul durch den zweifachen Bruch. Damit kann das Pferd den ein oder anderen Zügelriss besser wegstecken, denn jeder Anfänger zerrt irgendwann am Zügel, so ist das nunmal.

Früher waren einfach gebrochene, sehr dicke Wassertrensen die 1A-Empfehlung für Anfänger. Irgendwann hat dann wohl mal jemand gemerkt (erstaunlich, und das nach nur ca. 5000 Jahren, in denen Pferde geritten werden), dass manche Pferde enge Laden haben und die dicken Wassertrensen dem Pferd Probleme machen, weil schlicht zu wenig Platz im Maul ist. Wie dem auch sei, einfach gebrochene Trensen wirken schärfer als doppelt gebrochene und sind daher für absolute Neulinge im Sattel erst die zweite Wahl.

Was die Dicke der Trensen angeht verweise ich an dieser Stelle nochmal auf den Artikel zum Thema “Das Gebiß die richtigen Maße fürs Pferdemaul“.

Gummitrensen mit Apfelgeschmack und eingebautem Vibrator?

Ok, ich gestehe, der eingebaute Vibrator entspringt meiner sarkastischen Phantasie, aber ungebrochene, dicke Gummitrensen mit Apfelgeschmack gibt es wirklich. Angeblich sollen sie das Pferd zum vermehrten Kauen anregen und damit die Rittigkeit fördern. Mag sein, ich bin oldschool, aber in meinen Augen regt vor allem eines ein Pferd zu mehr Rittigkeit an: korrektes Reiten. Dann braucht’s auch keine Apfelkaugummies und das Hotti geht brav am Zügel. Oder, mal sachlich: das Abkauen soll Euch einen Anhaltspunkt bieten, ob das Pferd korrekt am Zügel steht, denn dadurch entsteht der Schaum vor’m Maul (korrekte Stellung am Zügel → Druck auf die Ohrspeicheldrüsen → vermehrter Schaum vor dem Maul → entspanntes Pferd, guter Ritt). Kommt der Schaum durch Geschmackstrensen und ähnliche Tricks zu Stande ist es nur Selbstbetrug. Lernt die Grundlagen und reitet ordentlich, dann habt Ihr das nicht nötig. Euer Pferd und Eure eigene Gesundheit werden es Euch danken.

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