Riesenbärenklau – Gefahr für Pferd und Reiter

Alle Jahre wieder sehen wir Reiter in den meisten Gebieten Europas eine auffallende, prächtige Pflanze. Auffallend vor allem durch ihre schiere Größe, denn das krautige Gewächs aus der Familie der Doldenblütler wird über zwei Meter hoch. Schon Anfang Juni kann man Exemplare sehen, die sogar über drei Meter in die Höhe ragen. Gekrönt wird die imposante Erscheinung durch eine weiße Blütenpracht, die sich schirmartig in unzähligen kleinen Blüten an der Spitze der Pflanze aufspannt. Vergleichbar ist die Blüte mit der Blüte der weit bekannteren Schafgarbe, nur eben viel, viel größer und, noch ein Unterschied zur Schafgarbe, extrem giftig. Der Riesenbärenklau ist dabei so schädlich, dass er 2008 zur “Giftpflanze des Jahres” gewählt worden ist. Traurige Berühmtheit.

Vorsicht: Riesenbärenklau giftig für Mensch und Tier

Vorsicht: Riesenbärenklau giftig für Mensch und Tier

 

Riesenbärenklau – bitte nur aus der Distanz bewundern!

Diese beeindruckende Pflanze hat allerdings einen riesigen Nachteil: alle Pflanzenteile, sowohl Blüten und Blätter als auch Stängel und Wurzeln, enthalten Furanocumarine. Diese lösen schon bei bloßem Hautkontakt Reaktionen aus. Wird die Stelle im Anschluss auch noch Sonnenbestrahlung ausgesetzt kommt es, zu einer sogenannten phototoxischen Reaktion. Das heißt die durch das Berühren der Pflanze auf der Haut befindlichen Furanocumarine reagieren unter UV-Einfluss zu einem extrem hautschädlichen Stoff. Die Folge sind schweren Reaktionen wie Rötung, Blasenbildung, Pusteln und Schwellungen. Die Reaktion kann, je nach Empfindlichkeit, so schwer ausfallen, dass es unter Umständen Wochen dauert bis sie vollständig abgeklungen sind. Häufig bleiben dauerhafte Hautveränderungen und sogar Narben zurück. Vergleichbar ist die Hautreaktion mit Verbrennungen ersten oder sogar zweiten Grades.

Zu erwähnen ist auch, dass hier nicht nur der Reiter sondern auch das Pferd gefährdet sind. Die Reaktionen bei Pferden ist die Selbe, das Kraut bei Verzehr giftig. Vor allem im Gesicht und Schnauze und Nüstern können Pferde schwere Verbrennungen und Verätzungen durch Kontakt mit dem Riesenbärenklau, auch Herkuleskraut oder Herkulesstaude genannt. davon tragen.

 

WICHTIG:

Die Pflanzen sondern die Substanz, die für die Verbrennungen verantwortlich ist, auch in ihre Umgebung ab. Das heißt, man muss das Kraut nicht einmal berühren, um Verätzungen und Verbrennungen davon zu tragen, es reicht das bloße Aufhalten in der Nähe einer oder mehrerer Pflanzen. Also haltet unbedingt VIEL ABSTAND!!!

 

Vorbeugen

Die Vorsorge ist in diesem Fall recht einfach: Wenn Ihr eine oder mehrere Riesenbärenklau-Stauden seht, dann macht einen großen Bogen um die Stelle und merkt sie Euch für’s nächste Jahr. Vor allem wenn die Pflanze noch klein ist kommt es häufig zu versehentlichen Berührungen. Da das Herkuleskraut mehrjährig wächst und sich stark ausbreitet kann man davon ausgehen, dass im Folgejahr auch wieder ein oder mehrere der Stauden an der gleichen Stelle oder in unmittelbarer Nähe auftreten werden.

 

Behandlung

Hatte das Pferd oder der Reiter Kontakt zum Bärenklau und zeigen sich die ersten Rötungen und Blasen hilft nur eines: Der Weg zum (Tier-)Arzt.

Um die Schäden möglichst gering zu halten decken Sie die Stelle, die zum Riesenbärenkraut Kontakt hatte, nach Möglichkeit komplett ab. Das Gift wirkt nämlich umso stärker, je mehr es durch UV-Strahlung “aktiviert” wurde. Danach sollten Sie unbedingt sofort einen Arzt bzw. Tierarzt hinzuziehen. Die Verbrennungen können, vor allem wenn größere Hautflächen betroffen sind, den gesamten Organismus schwer belasten (Flüssigkeitsverlust, Entzündungen, Fieber, Infektionsgefahr, allergischer Schock). Man sollte also weder bei sich selbst noch beim Pferd ein Risiko eingehen und selbst herumdoktern.

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