Kugelpferdchen - Dein Pferd als kugelige Miniatur als Geschenk oder einfach zum selber Freuen

Schwellung am Hals – eine mögliche Ursache

Der Sommer hat gerade angefangen, das Pferd ist angeweidet und hat plötzlich eine Schwellung am Hals, meist beidseits, direkt hinter den Ganaschen. Der Stall schreit „Druse“ und der eigene Kollaps ist plötzlich sehr nahe.

Druse ist natürlich nicht nur sowieso schon unwahrscheinlich sondern, anhand fehlender sonstiger Symptome, auch auszuschließen. Bei Druse steht das Pferd nämlich nicht lebhaft auf dem Platz und tänzelt fröhlich vor sich hin, sondern man merkt ihm an, dass was nicht stimmt. Nasenausfluss und erhöhte Temperatur obendrauf.

Übrigens sind es auch in unserem Fall nicht die Lymphknoten, die für die Schwellung verantwortlich sind, sondern die Ohrspeicheldrüse, auf dem Bild gelb eingezeichnet:

Lage der Ohrspeicheldrüse

Ungefähre Lage der Ohrspeicheldrüse

Druse kann man also getrost ausschließen (es sei denn, oben genannte Symptome treten gleichzeitig auf – dann bitte sofort den Tierarzt rufen!). Nur was ist es dann, was dem Pferd den Hals dick werden lässt?

Eine Ursache, die gerade im Frühsommer für Schwellungen dieser Art verantwortlich zeichnet, ist das Gras. Die Pferde werden angeweidet und nach anfänglich rationiertem Frischgras (bitte unbedingt langsam anweiden, sonst herrscht Kolikgefahr!) steht das Gras nun voll zur Verfügung. Und was macht das gierige Einhufertier? Genau, es haut sich so richtig die Wampe voll. Gurte an Fliegendecken und Sätteln werden wie durch Zauberhand enger, die Grasnabe leidet Höllenqualen.

Das Ende vom Lied ist, dass die verfressenen Hotties nach kurzer Zeit nur noch Gras-Stummel haben, an denen sie dann stundenlang rummümmeln – wenn sie nicht gerade auf eine sattere Koppel umziehen (was je nach Pferd angesichts des stetig steigenden Bauchumfangs vielleicht keine so gute Idee ist).

Den Ohrspeicheldrüsen, denn genau die sind in diesem Szenario für die Schwellung verantwortlich, wird also Fressen vorgegaukelt, es kommt aber nichts oder nur sehr wenig, was man denn einspeicheln müsste. Der Speichel fließt nicht ab sondern sammelt sich in der Drüse. Schwellung und Panikattacke bei der Besitzerin inklusive (ratet mal, woher ich das weiß ;)).

Die gute Nachricht ist: wenn das der Grund für die Schwellung war, dann verschwindet sie wenn das Pferd eine Weile mit erhobenem Kopf läuft (leichtes Reiten ohne Beizäumung oder lockeres Spazierengehen ohne Fresspausen) von alleine wieder. Oder wenn Pferdi wieder satt Futter hat, das eingespeichelt werden muss wie z.B. Heu. Dann wird der Speichel benötigt und die Schwellung geht zurück. Bis zum nächsten „auf der abgefressenen Wiese Rummümmeln“… Gefährlich ist das Ganze nicht, wenn man mal vom entstandenen Schrecken absieht.

Trotzdem gilt auch hier wie bei jeder Schwellung: Beobachten und im Zweifelsfall den Tierarzt drauf gucken lassen.

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