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Wie ernähre ich mein altes Pferd richtig?

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Jedes Pferd kommt irgendwann „in die Jahre“. Die sportlichen Zeiten sind vorbei, das Leben wird ruhiger und im Idealfall hat das Pferd einen liebenden Pferdefan an seiner Seite, der es nicht nur als „Sportgerät“ sondern als Kameraden und Freund betrachtet und ihm die wohlverdiente Rente ermöglicht.

Alte Pferde haben andere Ansprüche an die Fütterung

Vorab einiges Grundsätzliches zum Thema Pferdefütterung, was in jedem Alter gilt:

Futter-Experten sprechen von der sogenannten „Equiden-gerechten Ration“. Das heißt, dem Pferd wird in jedem Alter die perfekte Nährstoffdichte angeboten, um es optimal zu versorgen.

Dabei unterteilt man Pferdefutter grundsätzlich in drei, genauer vier verschiedene Teile:

  • Raufutter
  • Saftfutter
  • Ergänzungsfutter wie z.B. Kraftfutter und
  • Weitere Ergänzungsfuttermittel wie beispielsweise Öle

Die Zusammenstellung aus diesen vier Eckpfeilern der Pferdefütterung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit des Pferdes.

Wie sollte nun die ideale Ration für ein älteres Pferd aussehen?

Pauschal kann man das nur schwer sagen, da jedes Pferd und auch jedes ältere Pferd anders ist. Manche alten Pferde sind noch sehr aktiv, werden eventuell sogar im Rahmen ihrer Möglichkeiten geritten, andere genießen die Rente auf der Koppel.

Welche Probleme treten vor allem bei älteren Pferde gehäuft auf und verdienen besonderer Beachtung?

  • Zahnprobleme (regelmäßiger Zahnarzt wichtig!)
  • Zahnverlust
  • Verdauungsstörungen
  • Absorptionsstörungen
  • Stoffwechselerkrankungen

Das heißt natürlich nicht, dass nicht auch junge Pferde regelmäßig Besuch von einem zahnkundigen Tierarzt haben sollten oder an Stoffwechselerkrankungen leiden könnten. Es geht bei oben gesagtem um die im Alter statistisch höhere Wahrscheinlichkeit, die genannten Probleme zu entwickeln.

Nach welchen Grundsätzen füttern wir also ein Altes Pferd?

Die Basis der Pferdeernährung ist Heu. Das sollte auch im Alter so bleiben.

Heu ist Beschäftigung, Sozialkontakt, Verdauungsfördernd und gehört für Pferde einfach dazu. Das Anbieten von Heu ad libitum (also 24h zur freien Verfügung) wird zunehmend kritisch diskutiert, weil manche Pferde, egal welchen Alters, keine Grenzen kennen und sich so mit Heu voll stopfen, dass für andere, dringend benötigte Nährstoffe, kein Platz mehr bleibt. Gut gemeint, schlechtes Resultat. Besser ist eine angemessene Heumenge je Pferd. Hier haben sich, je nach „Futtrigkeit“ des Tieres ca. 1,7 kg je kg Körpergewicht bewährt.

Pferd an Heuraufe
Heu: ein Pferdeleben lang die Basis der Fütterung

Alten Pferden mit fehlenden oder schlechten Zähnen, die mit dem Kauen größerer Heumengen Probleme haben, kann man statt dessen Heucobs anbieten. Diese wiegt man 1 zu 1 gegen Heu ab, also 1 Kilo Heu werden durch 1 Kilo Heucobs ersetzt und weicht sie dann ein.

Wichtig: ERST WIEGEN, dann EINWEICHEN, sonst wiegt man das Wasser mit und Wasser ist zwar wichtig fürs Pferd, sollte aber keinen Gewichtsanteil am Raufutter haben.

Der Kohlenhydratanteil wird erhöht

Das Basisfutter wird dann kohlehydratreich ergänzt, beispielsweise mit Maissilage (vorsicht bei kolikanfälligen Tieren) (bis zu 1 kg/100 kg Körpergewicht) oder durch Rübenschnitzel (0,3 0,5 kg/100 kg KG).

Mehr Energie

Häufig reicht die Energie oben angegebener Ration für ein altes Pferd immer noch nicht aus. Hier kommen beispielsweise Absorptionsstörungen vor, die unbemerkt „von innen“ das Pferd „aushungern“. Fehlende Energie kann man wunderbar mit Ölgaben ersetzen.

Man verwendet hierfür pflanzliche Fette wie z.B.

  • Sojaöl
  • Sonnenblumenöl
  • Leinöl

Menge: 20 – 50 ml/100 kg KM pro Tag nach Adaptation. Man beginnt mit kleinen Mengen und steigert diese langsam. Bei zu viel ungewohntem Fett auf einmal drohen Koliken, Durchfälle und Fettstühle.

Beispiel für 600kg Pferd : 100ml in der ersten Woche, dann wöchentlich um 100ml steigern

Der Baustein für die Muskeln: Eiweiß

Zum Muskelerhalt und Muskelaufbau (je nach Zustand des Pferdes leichtes Training, einfache Bodenarbeit, Spazierengehen) wird mit hochwertigen Energie-und Eiweißreichen Ergänzungsfuttermitteln ergänzt.

Wichtig hierbei:

Das angebotene proteinreiche Futter sollte mindestens 12% präcaecal verdauliches Rohproteinenthalten! Präcaecal verdaulich bedeutet, dass das Eiweiß bereits vor Erreichen des Blinddarms verdaut und aufgenommen wird. So steht es dem Pferd in voller Qualität zur Verfügung, bevor die im Blinddarm angesiedelten Mikroorganismen es ab- oder umbauen. Die Menge des angebotenen eiweißreichen Futters sollte ca. 0,2-0,5 kg/100 kg KM pro Tag betragen.

Weitere Ergänzungsmöglichkeiten

Wem das noch nicht genug ist oder wessen Pferd sich für die vorgeschlagenen Futtermittel partout nicht begeistern kann, der kann seinem Pferd eine ganz besondere Leckerei anbieten: Mash. Die meisten Pferde mögen Mash sehr gerne, man kann verschiedene Rezepturen selbst mischen oder fertig zubereitet trocken kaufen und dann mit warmem Wasser zubereiten.

Was, wenn das Pferd schon untergewichtig ist?

Untergewichtige Pferde sollten natürlich zunehmen. Wichtig ist hierbei, dass nicht nur Fett angesetzt wird, sondern auch Muskulatur. Die oben angegebenen Informationen sind so gestaltet, dass sie perfekt zum „aufpäppeln“ geeignet sind. Doch wie berechne ich den Bedarf meines Pferdes?

In der Tiermedizin gibt es zur Berechnung des Energiebedarfs von Pferden folgende Formeln (abhängig von der Größe des Tieres). Berechnet wird die ME, die „metabolizeable energy“ also die verwertbare Energie:

  • Pony: 0,4 MJ/kg KM0,75
  • Warmblut: 0,52 MJ/kg KM0,75
  • Vollblut: 0,64 MJ/kg KM0,75

Auf einem guten Pferdefutter wird die ME in MJ (=Megajoule) angegeben, man kann sich hier also wunderbar orientieren, was das Pferd braucht.

Ist das Pferd untergewichtig und soll zunehmen, schlägt man auf den berechneten Bedarf 10-20% drauf. So nimmt das Pferd gesund und angemessen nach und nach zu.

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